Hochgebirge
UMFASSENDES SAR-SUCH- UND RETTUNGSPROTOKOLL
Umfassendes SAR-Einsatzprotokoll
Dieses Protokoll legt einen strukturierten Rahmen für die Entgegennahme, Bewertung, Alarmierung, Planung, Koordination, Durchführung und den Abschluss von Such-, Rettungs- und Evakuierungseinsätzen in städtischen, ländlichen, abgelegenen, bergigen sowie hochalpinen und extrem hochalpinen Gebieten fest.
Ziel ist es, einen organisierten Handlungsrahmen für den Umgang mit vermissten Personen, Unfällen, Verletzungen, medizinischen Notfällen, Kontaktverlust, Zwischenfällen in technischem Gelände und anderen Situationen bereitzustellen, die einen SAR-Einsatz erforderlich machen können.
Das Protokoll muss an die Besonderheiten des jeweiligen Zwischenfalls, die Geländebedingungen, die Wetterlage, die Verfügbarkeit von Ressourcen, die zuständige Behörde und das operative Risikoniveau angepasst werden.
01. Entgegennahme und Auslösung des Alarms
Jeder Einsatz beginnt mit dem Eingang einer Alarmmeldung oder einer Anforderung von Hilfe. Die Meldung kann aus unterschiedlichen Quellen stammen und muss, soweit möglich, dokumentiert und überprüft werden, bevor die erforderliche Einsatzstufe festgelegt wird.
- Telefonanruf.
- SOS-Gerät oder Satellitenkommunikation.
- Notfallnachricht.
- Ortungs- oder Trackingsystem.
- Familienangehörige oder Reisebegleiter.
- Bergführer, Reiseveranstalter oder Expeditionsteilnehmer.
- Behörden.
- Zeugen oder Personen, die sich im Gebiet aufhalten.
Erste Informationen
Die bei der Alarmierung eingegangenen Informationen bilden die Grundlage für eine erste Bewertung des Zwischenfalls und die Bestimmung des anfänglichen Handlungsbedarfs.
- Bekannter oder geschätzter Standort.
- Geplante Route.
- Zeitpunkt des Zwischenfalls.
- Anzahl der Personen.
- Zustand der betroffenen Personen.
- Verfügbare Ausrüstung.
- Letztes verwendetes Kommunikationsmittel.
- Wetterbedingungen.
- Ungefähre Höhe über dem Meeresspiegel.
- Erkannte Gefahren.
02. Ersteinschätzung des Zwischenfalls
Vor der Mobilisierung von Einsatzkräften erfolgt eine erste operative Lagebeurteilung. In dieser Phase wird festgestellt, was passiert ist, wo und wann es passiert ist und wie die aktuelle Notfallsituation aussieht.
Was ist passiert?
Identifizierung der Art des Zwischenfalls und der bekannten Umstände.
Wo ist es passiert?
Bekannter oder geschätzter Standort beziehungsweise zuletzt erfasste Position.
Wann?
Zeitpunkt des Zwischenfalls und Zeit seit dem letzten Kontakt.
Beteiligte Personen
Anzahl der betroffenen Personen und individuelle Situation.
Kommunikation
Möglichkeit, mit den betroffenen Personen Kontakt aufzunehmen.
Gefahren
Umweltbedingungen, Geländegegebenheiten und operative Risiken.
Die Lagebeurteilung muss laufend aktualisiert werden, sobald neue Informationen vorliegen.
03. Dokumentation und Informationsmanagement
Einsatzrelevante Informationen
Alle während eines Notfalls erhobenen Informationen müssen so organisiert werden, dass sie vom Koordinationsteam verwendet werden können.
- Identität der betroffenen Personen.
- Kontaktdaten.
- Reise- oder Tourenverlauf.
- Bekannte Koordinaten.
- Durchgeführte Kommunikation.
- Zeitlicher Ablauf des Zwischenfalls.
- Informationen zu Verletzungen oder Symptomen.
- Verfügbare Ausrüstung.
- Zusammensetzung der Gruppe.
- Umgebungsbedingungen.
- Alarmierte Einsatzkräfte und Ressourcen.
- Kontaktierte Institutionen.
Schutz der Informationen
Die Informationen müssen aktuell, geordnet und geschützt gehalten werden. Die unnötige Weitergabe personenbezogener Daten oder nicht erforderlicher einsatzbezogener Informationen ist zu vermeiden.
04. Klassifizierung und Priorisierung
Jeder Zwischenfall muss entsprechend seiner Dringlichkeit und seines Risikos bewertet werden. Die Einstufung kann während des Einsatzes geändert werden, sobald neue Informationen vorliegen.
Kritischer Notfall
Es besteht eine unmittelbare Lebensgefahr oder eine Situation, die eine dringende Reaktion erfordert.
Notfall
Es liegt eine schwerwiegende Situation vor, die ein Eingreifen erfordert, jedoch einen gewissen operativen Handlungsspielraum zulässt.
Zwischenfall
Unterstützung, Beurteilung oder Hilfe ist erforderlich, ohne dass unmittelbare Lebensgefahr erkennbar ist.
Information oder Nachverfolgung
Kommunikation, Beratung, Überprüfung oder Nachverfolgung ist erforderlich, ohne zunächst einen vollständigen Einsatz auszulösen.
05. Alarmierung des SAR-Teams
Sobald festgestellt wurde, dass ein Eingreifen erforderlich ist, wird die entsprechende Einsatzstufe aktiviert. Die Zusammensetzung des Teams muss auf die Art des Zwischenfalls und die erforderlichen Fähigkeiten abgestimmt sein.
SAR-Personal
Personal für Suche, Rettung und operative Koordination.
Technische Rettungskräfte
Spezialisiertes Personal für technische Zugangs- und Bergungsszenarien.
Bergrettungsspezialisten
Personal mit Fähigkeiten für Einsätze im Gebirge.
Medizinisches Personal
Verfügbares medizinisches Personal im Rahmen seiner fachlichen Kompetenzen.
Kommunikation
Koordination der während des Einsatzes verwendeten Kommunikationsmittel.
Navigation und Kartografie
Unterstützung bei Ortung, Routenplanung und räumlicher Einsatzplanung.
06. Festlegung der operativen Einsatzleitung
Klare Koordinationsstruktur
Jeder Einsatz muss über eine klare Koordinationsstruktur verfügen. Die operative Einsatzleitung muss die Einsatzziele, das Einsatzgebiet, die Organisation der Teams, die Kommunikationskanäle, die Suchsektoren, die Einsatzzeiten, die Sicherheitsmaßnahmen, den Evakuierungsplan sowie die Abläufe für Ablösung und Lageaktualisierung festlegen.
Sind mehrere Institutionen beteiligt, muss die Koordination entsprechend den Zuständigkeiten und Verfahren der zuständigen Behörden erfolgen.
07. Einsatzplanung
Einsatzplan
Vor dem Einsatz werden Standort, Gelände, Wetterlage, Zeitfaktoren, Ressourcen und Zugangsmöglichkeiten analysiert.
Lokalisierung
Letzter bekannter Standort, Koordinaten, Höhe über dem Meeresspiegel und geografische Bezugspunkte.
Gelände
Wanderwege, Hänge, Flüsse, Gletscher, Felsgebiete, Schluchten, Wälder und Zugangswege.
Wetterlage
Temperatur, Wind, Niederschlag, Bewölkung, Sichtweite und erwartete Wetterentwicklung.
Zeit
Zeitpunkt des Zwischenfalls, verstrichene Zeit und geschätzte Dauer des Einsatzes.
Ressourcen
Personal, technische Fähigkeiten, Fahrzeuge, Kommunikationsmittel und Ausrüstung.
Luftgestützter Zugang
Verfügbarkeit, Einsatzbedingungen sowie mögliche Lande- und Bergungsplätze.
08. Planung und Durchführung der Suche
Suchplanung
Wenn eine Person vermisst wird oder nicht lokalisiert werden kann, wird auf Grundlage der verfügbaren Informationen und der Geländebeschaffenheit ein Suchplan erstellt.
- Letzter bekannter Standort.
- Wahrscheinliche Bewegungsrichtung.
- Geplante Route.
- Gebiete mit hoher Suchwahrscheinlichkeit.
- Letztes Kommunikationssignal.
- Gegenstände oder Ausrüstung.
- Einfluss der Wetterbedingungen.
- Verstrichene Zeit.
- Vorhandene Hinweise oder Spuren.
Durchführung der Suche
Die Teams müssen nach einem organisierten Zuweisungs- und Nachverfolgungssystem arbeiten. Das Gebiet kann in Sektoren unterteilt werden, um Teams zuzuweisen und die Kontrolle über den Einsatz zu erleichtern.
- Zugewiesenes Gebiet.
- Verantwortliches Team.
- Beginn der Suche.
- Zurückgelegte Strecke.
- Kommunikation.
- Gefundene Hinweise.
- Relevante Koordinaten.
- Ende der Suche.
Die konkreten Suchtechniken müssen entsprechend dem Gelände, der Sichtweite, den Umgebungsbedingungen, den verfügbaren Informationen und der Ausbildung des Personals ausgewählt werden.
09. Technische Rettung
Sobald die Person lokalisiert wurde, werden die Zugangsmethode und das Bergungsverfahren festgelegt. Je nach Einsatzszenario können spezielle technische Fähigkeiten erforderlich sein.
Felsrettung
Zugang und Bergung an Felswänden und in felsigem Gelände.
Gletscherrettung
Einsätze auf Eis, Schnee und in spaltenreichen Gebieten.
Hochgebirgsrettung
Einsätze in großen Höhen.
Seiltechnische Systeme
Einsatz technischer Zugangs- und Bergungssysteme entsprechend den Fähigkeiten des Teams.
Bodengebundene Bergung
Transport über verfügbare Landwege und mit bodengebundenen Einsatzmitteln.
Luftgestützte Bergung
Koordination zugelassener Luftfahrzeuge, sofern die Bedingungen dies zulassen.
Sicherheit während der Rettung
Das Verfahren muss stets die Sicherheit der betroffenen Person und des Rettungsteams berücksichtigen.
10. Erstbeurteilung und Erstversorgung
Nach dem Auffinden der Person erfolgt eine erste Beurteilung ihres Zustands. Diese muss im Rahmen der Ausbildung und fachlichen Kompetenzen des eingesetzten Personals sowie gemäß den geltenden Verfahren durchgeführt werden.
Bewusstseinszustand
Beurteilung der Reaktionsfähigkeit und Kommunikationsfähigkeit.
Atmung
Beobachtung des Atemzustands.
Blutungen
Erkennen von Blutungen oder sichtbaren Verletzungen.
Traumatische Verletzungen
Erste Beurteilung der durch den Zwischenfall verursachten Verletzungen.
Kälteexposition
Berücksichtigung der Umgebungsbedingungen und der Dauer der Kälteexposition.
Höhenlage
Berücksichtigung möglicher höhenbedingter Auswirkungen.
Flüssigkeitshaushalt
Beurteilung der verfügbaren Flüssigkeitsmenge und der Flüssigkeitsaufnahme.
Erschöpfung
Beurteilung von Müdigkeit und körperlicher Leistungsfähigkeit.
Wunden
Erkennen äußerer Verletzungen.
Bewegungsfähigkeit
Feststellung, ob die Person sich selbstständig fortbewegen kann.
11. Sicherheit des Rettungsteams
Die Sicherheit der Rettungskräfte ist ebenfalls Teil des Einsatzes
Bei keinem SAR-Einsatz dürfen die Risiken für die Rettungskräfte außer Acht gelassen werden. Vor und während des Einsatzes müssen die Umgebungsbedingungen und die verfügbaren Fähigkeiten kontinuierlich bewertet werden.
Lawinen
Bewertung der mit Schnee und Gelände verbundenen Risiken.
Steinschlag
Identifizierung gefährdeter Bereiche.
Gletscherspalten
Berücksichtigung der Gefahren in vergletschertem Gelände.
Hochwasser
Beurteilung von Flüssen und Wasserläufen.
Gewitter
Bewertung der Wetterbedingungen.
Unterkühlung
Schutz vor längerer Kälteexposition.
Anpassung des Einsatzplans
Wenn die Bedingungen die verfügbaren Fähigkeiten und Ressourcen übersteigen, muss der Einsatzplan angepasst werden, um die operative Sicherheit zu gewährleisten.
12. Einsatzkommunikation
Die Kontrolle über den Einsatz aufrechterhalten
Die Kommunikation ermöglicht es, die Kontrolle über den Einsatz aufrechtzuerhalten, Teams zu koordinieren und während der verschiedenen Einsatzphasen relevante Informationen zu übermitteln.
- Mobiltelefonie.
- Funk.
- Satellitenkommunikation.
- Ortungssysteme.
- SOS-Geräte.
Organisation der Kommunikation
- Hauptkanal.
- Alternativkanal.
- Kommunikationszeiten oder -intervalle.
- Verantwortliche Person für die Kommunikation.
- Verfahren bei Kommunikationsausfall.
- Dokumentation wichtiger Nachrichten.
13. Evakuierung
Sobald die Situation stabilisiert wurde, wird die Evakuierungsstrategie festgelegt. Die Auswahl richtet sich nach dem Zustand der Person, den Geländebedingungen, der Wetterlage, der Zugänglichkeit, der Verfügbarkeit von Ressourcen und der operativen Sicherheit.
Begleitete Evakuierung
Fortbewegung zu Fuß mit Unterstützung, sofern die Bedingungen dies zulassen.
Bodengebundenes Fahrzeug
Transport mit verfügbaren bodengebundenen Einsatzmitteln.
Luftfahrzeug
Einsatz eines zugelassenen Luftfahrzeugs, sofern die Bedingungen dies zulassen.
Technische Bergung
Bergung aus Gelände, in dem spezielle technische Fähigkeiten erforderlich sind.
14. Übergabe an die medizinische Versorgung
Wenn die Situation eine medizinische Versorgung erfordert, muss die Person in eine geeignete Versorgungseinrichtung gebracht werden. Bei der Übergabe sind nach Möglichkeit die während des Einsatzes erhobenen relevanten Informationen weiterzugeben.
- Informationen zum Zwischenfall.
- Ungefähre Unfallzeit.
- Festgestellte Verletzungen.
- Durchgeführte Erstversorgung.
- Maßnahmen im Rahmen der Kompetenzen des Teams.
- Fundort der Person.
- Dauer der Evakuierung.
15. Überwachung während der Evakuierung
Standort
Verfolgung der Position, sofern die verfügbaren Mittel dies ermöglichen.
Kommunikation
Aufrechterhaltung der Verbindung zu den beteiligten Teams.
Transport
Koordination des für die Evakuierung eingesetzten Transportmittels.
Medizinische Zieleinrichtung
Koordination mit der zuständigen medizinischen Versorgungseinrichtung.
Autorisierte Personen
Kommunikation mit autorisierten Personen, sofern dies erforderlich ist.
16. Abschluss des Einsatzes
Nach Abschluss der Mission muss die operative Einsatzleitung bestätigen, dass alle Phasen der Einsatzmaßnahmen vollständig durchgeführt wurden.
Person lokalisiert
Bestätigung des Auffindens der Person.
Rettung abgeschlossen
Bestätigung der erfolgreichen Bergung.
Evakuierung
Bestätigung der Evakuierung.
Übergabe
Bestätigung der ordnungsgemäßen Übergabe.
Personal vollständig erfasst
Überprüfung aller beteiligten Einsatzkräfte.
Ausrüstung
Rücknahme und Überprüfung der Ausrüstung.
Der Einsatz muss formell für beendet erklärt werden, sobald alle erforderlichen Überprüfungen abgeschlossen sind.
17. SAR-Abschlussbericht
Einsatzdokumentation
Für jede Mission sollte ein Einsatzbericht erstellt werden, der die wichtigsten Phasen der Maßnahmen dokumentiert.
- Datum und Uhrzeit.
- Standort.
- Art des Zwischenfalls.
- Beteiligte Personen.
- Einsatzgebiet.
- Beteiligtes Personal.
- Verwendete Kommunikationsmittel.
- Suchmaßnahmen.
- Rettungsmaßnahmen.
- Geleistete Erstversorgung.
- Evakuierung.
- Übergabe.
- Dauer des Einsatzes.
- Zusätzliche Zwischenfälle oder Risiken.
- Verwendete Ausrüstung.
- Dokumentation durch Bildmaterial, sofern zutreffend.
- Bemerkungen.
- Empfehlungen.
18. Nachbesprechung und Einsatzbewertung
Kontinuierliche Verbesserung der SAR-Fähigkeiten
Nach dem Einsatz wird empfohlen, eine Nachbesprechung durchzuführen, um festzustellen, was gut funktioniert hat, welche Schwierigkeiten aufgetreten sind und welche Aspekte verbessert werden können.
Funktionsfähigkeit
Feststellen, welche Elemente ordnungsgemäß funktioniert haben.
Schwierigkeiten
Dokumentation der während der Mission aufgetretenen Probleme.
Ressourcen
Analyse der benötigten Ressourcen.
Kommunikation
Identifizierung von Kommunikationsproblemen.
Risiken
Dokumentation der festgestellten Risiken.
Ausbildung
Ermittlung zusätzlicher Ausbildungs- und Trainingsbedarfe.
Dieser Prozess ermöglicht eine kontinuierliche Verbesserung der SAR-Fähigkeiten.
19. Ausbildung und Einsatzvorbereitung
Kontinuierliche Einsatzvorbereitung
Eine SAR-Organisation muss ihre Einsatzfähigkeit durch regelmäßige Übungen, Simulationen und die Überprüfung der fachlichen Kompetenzen aufrechterhalten.
- Technisches Training.
- Bergsteigen und Hochgebirgstouren.
- Gletscherrettung.
- Seiltechniken.
- Suchtechniken.
- Kommunikation.
- Navigation.
- Erste Hilfe und präklinische Versorgung entsprechend den jeweiligen Kompetenzen.
- Koordination mit Luftfahrzeugen.
- Wettermanagement.
- Risikomanagement.
- Einsatzleitung und Koordination von Zwischenfällen.
- Gemeinsame Übungen.
20. Institutionsübergreifende Koordination
SAR-Einsätze können je nach Land, Zuständigkeitsbereich und Art des Zwischenfalls eine Koordination mit verschiedenen Organisationen erforderlich machen.
Polizeibehörden
Koordination entsprechend den jeweiligen Zuständigkeiten.
Luftfahrt und Rettungswesen
Koordination der Luftfahrzeuge und verfügbaren Einsatzkapazitäten.
Notfalldienste
Unterstützung bei der Einsatzbewältigung und Evakuierung.
Medizinische Einrichtungen
Sicherstellung der Kontinuität der medizinischen Versorgung.
Lokale Behörden
Räumliche und regionale Koordination, sofern erforderlich.
Rettungsorganisationen
Einbindung spezialisierter Fähigkeiten und Ressourcen.
Die Koordination muss die gesetzlichen und operativen Zuständigkeiten jeder Institution berücksichtigen.
21. Schutz der Informationen
Einsatzinformationen und sensible Daten
Die während eines Notfalls erhobenen Informationen können personenbezogene Daten, medizinische Informationen, Koordinaten, Routen und andere sensible Angaben enthalten.
Vertraulichkeit
Schutz der während des Einsatzes erhobenen Informationen.
Kontrollierte Dokumentation
Geordnete Verwaltung der einsatzbezogenen Informationen.
Sichere Kommunikation
Verantwortungsvolle Nutzung der verfügbaren Kommunikationskanäle.
Beschränkter Zugriff
Zugriff entsprechend den für die jeweilige Funktion erforderlichen Berechtigungen.
Aufbewahrung
Sachgerechte Aufbewahrung der Einsatzunterlagen.
Anwendbare Vorschriften
Einhaltung der geltenden Vorschriften.
Informationen dürfen ausschließlich an Personen oder Institutionen weitergegeben werden, die diese zur Erfüllung einer legitimen operativen Aufgabe benötigen.
22. Besondere Aspekte bei Hochgebirgseinsätzen
Hochgelegene und extrem hochalpine Gebiete
Die Umgebungsbedingungen können die Einsatzfähigkeit rasch verändern und die für Anmarsch und Evakuierung benötigte Zeit verlängern.
Höhenlage
Berücksichtigung der Höhe des Einsatzgebiets über dem Meeresspiegel.
Extreme Temperaturen
Exposition gegenüber großer Kälte.
Wind
Bewertung der Windverhältnisse.
Eis und Schnee
Beurteilung der Oberflächenbedingungen und Fortbewegungsmöglichkeiten.
Technisches Gelände
Bedarf an speziellen Zugangstechniken und Fähigkeiten.
Gletscherspalten und Lawinen
Bewertung der mit dem Gelände verbundenen Gefahren.
Wetterumschwünge
Berücksichtigung rasch wechselnder Wetterbedingungen.
Sauerstoffverfügbarkeit
Berücksichtigung der geringeren Sauerstoffverfügbarkeit in großen Höhen.
Eingeschränkte Sicht
Bedingungen, die Suche und Annäherung erschweren können.
Luftfahrzeuge
Berücksichtigung der operativen Einschränkungen.
Einsatzdauer
Verlängerte Anmarsch- und Evakuierungszeiten.
Wechselnde Bedingungen
Bei der Planung muss berücksichtigt werden, dass sich die Umgebungsbedingungen rasch verändern können und die Einsatzfähigkeit durch Höhenlage, Wetter, Zugänglichkeit und Ressourcenverfügbarkeit eingeschränkt sein kann.